ADHS bei Kindern

ADHS zeigt sich bei Kindern als biologisch bedingte Entwicklungsverzögerung der Selbstregulation.


Symptomatik

Unaufmerksamkeit

  • leichte Ablenkbarkeit
  • Vergesslichkeit (auch der Handlungen des üblichen Tagesablaufs)
  • Nichthören (auch bei direkter Ansprache)
  • Ungeschicklichkeit
  • Lernschwierigkeiten

Hyperaktivität

  • Drang nach Bewegung (nicht Stillsitzen-Können, Aufstehen im unpassenden Moment)
  • riskantes Verhalten ("Handeln ohne Denken")
  • Schlafstörungen
  • soziale Isolation wegen unkameradschaftlichen Verhaltens

Impulsivität

  • Nicht-Wartenkönnen
  • Unterbrechen anderer
  • unüberlegtes Handeln
  • Schreianfälle, Meltdowns

Geschlechterunterschied

Burschen ("Zappelphilipp") zeigen öfter die hyperaktiv-impulsive, Mädchen ("Träumelinchen") die unaufmerksame Form des ADHS. Da Burschen dadurch z.B. in Betreuungs- und Bildungseinrichtungen eher stören, werden sie oft früher diagnostiziert, weshalb von einer Dunkelziffer an betroffenen Mädchen ausgegangen wird.


Diagnostik & Behandlung

Abgeleitet aus den Empfehlungen des AWMF-Leitlinienregisters (Wissenschaftsgesellschaft in Deutschland) und  des Zentralen ADHS-Netzes (Dachorganisation) gelten folgende Altersgrenzen:

  Diagnostik Behandlung/Therapie
0 bis 3 Jahre nicht möglich (Auffälligkeiten werden als allgemeine Regulationsstörungen eingestuft) Elternberatung, Entspannungs- und Elternfreizeiten-Angebote
3 bis 5 Jahre nur in schweren Ausnahmefällen (Abgrenzung zu üblichem Trotzverhalten notwendig) psycho-pädagogische Intervention, nicht-medikamentöse Verhaltenstherapie und Elternberatung
ab 5/6 Jahren häufigster Diagnosezeitpunkt (Symptome in der Schulstruktur am deutlichsten) multimodale Behandlung (psycho-pädagogische Intervention, Verhaltenstherapie mit medikamentöser Unterstützung, Elternberatung)